Nichts ist so beständig wie der Wandel.

Heraklit, 535 - 475 v.Chr., griechischer Philosoph

Aktuelles Monat Juni 2017

Neues zum häuslichen Arbeitszimmer

Die Höhe der steuerliche Absetzbarkeit eines ausschließlich beruflich genutzten separaten Arbeitszimmers  hängt davon ab, ob die Tätigkeit in diesem Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit darstellt: In diesem Fall wären die anteilig auf das Arbeitszimmer entfallenden Kosten (Miete, Reparaturen, Nebenkosten, Reinigung etc.) bzw. bei selbst genutzten Wohneigentum (Abschreibung und Finanzierungskosten) unbegrenzt abzugsfähig.

Ist die zeitliche Komponente „Mittelpunkt der Tätigkeit“ nicht erfüllt, kann immer noch ein Abzug von € 1.250,00 pro Jahr möglich sein, wenn für diese Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz als das Arbeitszimmer zur Verfügung steht (dies betrifft klassischerweise Lehrer und Außendienstmitarbeiter).

Arbeitsmittel, wie z. B. PCs, Drucker, Fachliteratur und Bücherregale können in der Regel unabhängig von der steuerlichen Anerkennung des Raums als Arbeitszimmer geltend gemacht werden.

Neu ist dagegen die Betrachtung, dass die steuerliche Absetzbarkeit eines Arbeitszimmers mit € 1.250,00 nicht auf das Arbeitszimmer selbst begrenzt ist und somit 2 Personen, die beide in diesem Raum einen separaten Arbeitsplatz nutzen, jeweils diesen Betrag geltend machen können.

Grunderwerbsteuer: Wann ist ein Vertragswerk einheitlich?

Beim Kauf eines Grundstücks/einer Immobilie wird je nach Bundesland eine Grunderwerbsteuer zwischen 3,5 % und 6,5% fällig.

Beim Kauf und anschließender Bebauung eines Grundstücks kann es unter der Annahme des einheitlichen Vertragswerks dazu kommen, dass die Grunderwerbsteuer nicht nur auf den Kaufpreis des Grund und Boden, sondern auch auf die späteren Baukosten erhoben wird.

Die obersten Finanzbehörden der Länder haben zu dieser Problematik und den Abgrenzungen gleichlautende Erlasse heraus gegeben.

Grundsätzlich zeigen die Erlasse, dass die Finanzverwaltung bei folgenden Sachverhalten von einem einheitlichen Vertragswerk ausgeht:

  • das bebaute Grundstück ist der Vertragsgegenstand, auch wenn erst der unbebaute Grund und Boden erworben wird
  • die Verträge über den Grundstückskauf und die Bauleistung sind miteinander verknüpft
  • der Erwerber des Grundstücks kann über das Ob und Wie der späteren Bebauung nicht mehr frei entscheiden Im Zweifel muss anhand des Kaufvertrages/der einzelnen Verträge und unter Zugrundelegung der Erlasse geprüft werden, ob ein einheitliches Vertragswerk angenommen wird.

Im Zweifel muss anhand der Verträge und unter Zugrundelegung der Erlasse geprüft werden, wie der Kauf von Seiten der Finanzverwaltung eingestuft werden wird.

Außergewöhnliche Belastungen sind besser absetzbar

Bevor sich z. B. Krankheitskosten steuerlich absetzen lassen, müssen diese um einen sogenannte zumutbare Eigenbelastung gekürzt werden. Der Betrag der Eigenbelastung als Prozentsatz vom Einkommen, richtet sich nach Familienstand, Einkommen und Anzahl der Kinder – je höher das Einkommen, desto höher der Betrag, der von Ihnen ohne steuerliche Absetzbarkeit selbst zu tragen ist.

Bei einem Einkommen über € 51.130,00 bei einem kinderlosen, einzelveranlagten Steuerzahler beträgt die zumutbare Belastung z. B. 7% vom Gesamtbetrag der Einkünfte, in der Einkommensgruppe darunter (€ 15.341,00 – € 51.130,00) nur 6%. Beträgt das Einkommen aber mehr als € 51.130,00 wurde bisher vom Finanzamt ein Betrag in Höhe von 7% bezogen auf das gesamte Einkommen als steuerlich nicht absetzbar ermittelt.

Ein Ehepaar hat nun vor dem Bundesfinanzhof (BFH) durchgesetzt, dass die jeweiligen Prozentsätze in den einzelnen Stufen angewandt werden, ein Steuerpflichtiger mit beispielsweise € 52.000,00 Gesamtbetrag der Einkünfte hat nun 6% von €51.130,00 sowie 7% von € 870,00 selbst zu tragen. Diese Eigenbelastung von € 3.128,70 ist deutlich niedriger als die nach bisherigem Recht ermittelte Belastung von € 3.640,00, so dass im vorliegenden Beispiel ein Betrag von € 511,30 mehr an Krankheitskosten absetzbar wäre.

Neue Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter

Als geringwertige Wirtschaftsgüter (GwG) gelten solche abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die selbstständig nutzbar sind und deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten € 410,00 netto nicht übersteigen. Diese Wirtschaftsgüter können im Jahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage in das Betriebsvermögen in voller Höhe als Betriebsausgaben abgezogen werden. Beträgt ihr Wert mehr als € 150,00 sind sie in einem laufenden Verzeichnis zu führen.

Die Wertgrenze für GwG soll ab dem 1.1.2018 ansteigen. Der Bundestag hat dem „Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen“ am 27.4.2017 zugestimmt. Das Gesetz sieht die Anhebung des Schwellenwerts von bisher € 410,00 auf € 800,00 vor. Gleichzeitig soll die Wertgrenze für steuerliche Aufzeichnungspflichten von GwGs von bisher € 150,00 auf € 250,00 angehoben werden. Dies sieht das Zweite Bürokratieentlastungsgesetz vor. Der Bundesrat hat dem Gesetz am 12.5.2017 zugestimmt.

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19. Juni 2017

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