Nichts ist so beständig wie der Wandel.

Heraklit, 535 - 475 v.Chr., griechischer Philosoph

Aktuelles Monat Juli 2017

Häusliches Arbeitszimmer bei Selbständigen mit eigenen Praxisräumen (BFH, Urteil vom 22.2.2017 – III R 9/16; www.bundesfinanzhof.de)

Selbständige dürfen die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer in voller Höhe als Betriebsausgaben abziehen, wenn der Raum der Mittelpunkt der gesamten betrieblichen Tätigkeit ist. Liegt der Tätigkeitsmittelpunkt woanders, steht dem Selbständigen für die betriebliche Tätigkeit aber kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, können die Kosten zumindest begrenzt bis 1.250 € pro Jahr abgesetzt werden.

In einem kürzlich verhandelten Fall hatte das Finanzamt entschieden, dass es einem Logopäden zuzumuten sei, seine Praxisräume nach den Praxisöffnungszeiten und damit nach Belegung durch die Angestellten für bürotechnische Arbeiten zu nutzen.

Der BFH ist dieser Ansicht nun entgegengetreten und hat den beschränkten Raumkostenabzug seines häuslichen Arbeitszimmers zugelassen.  Die Richter verwiesen darauf, dass auch Selbständige mit externen Betriebs- und Praxisräumen auf ein zusätzliches häusliches Arbeitszimmer angewiesen sein können.

HOMEOFFICE: Kostenabzug richtet sich nach der Nutzungsdauer (OFD Niedersachsen, Verf. v. 27.3.2017 – S 2354 – 118 – St 2015; www.steuer-telex.de)

Der Frage, in welcher Höhe das Homeoffice steuerlich absetzbar ist, ist die OFD Niedersachsen nachgegangen. Bei Vollzeitarbeitnehmern mit Tätigkeitsschwerpunkt im Arbeitszimmer ergeben sich grundsätzlich folgende Einstufungen:

  • 5-Tage Homeoffice: Das Büro gilt als Mittelpunkt der Tätigkeit, die damit zusammenhängenden Kosten sind voll absetzbar
  • 3-Tage Homeoffice: Das Büro wird überwiegend beruflich genutzt, die damit zusammenhängenden Kosten sind voll absetzbar
  • 2-Tage Homeoffice: Der Arbeitnehmer arbeitet überwiegend außerhalb des Arbeitszimmers, ggf. ist aber die beschränkte Absetzbarkeit möglich, wenn er an den 2 Tagen der Nutzung keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung hat.

Vermietung und Verpachtung: Einkünfteerzielungsabsicht bei langjährigem Leerstand (BFH, Urteil vom 25.1.2017 – IX R 17/16; www.bundesfinanzhof.de)

In einem unlängst vom BFH entschiedenen Fall hatte ein privater Vermieter jahrelang Verluste durch den Leerstand seiner Eigentumswohnung erwirtschaftet und wollte diese steuerlich geltend machen. Da sowohl die Wohnung als auch das Mehrfamilienhaus in einem nicht vermietbaren Zustand waren, wurden die grundsätzliche Vermietungsabsicht verneint und die Verluste nicht anerkannt.

FERIENIMMOBILIEN: Wann liegt eine Einkünfteerzielungsabsicht  mit der Möglichkeit der Verlustverrechnung vor? (BFH, Beschluss 9.3.2017 – IX B 122/16; NV; www.bundesfinanzhof.de)

Ferienimmobilien erzeugen häufig Verluste, die nur unter bestimmten Bedingungen steuerlich geltend gemacht werden können. So weist der Bundesfinanzhof unlängst darauf hin, dass eine steuerliche Anerkennung etwaiger Verluste aus der Vermietung ohne 30-jährige Prognoserechnung nur möglich ist, wenn die Immobilie ausschließlich an Feriengäste vermietet bzw. für diese bereit gehalten und die ortsübliche Vermietungszeit nicht um mehr als 25% unterschritten wird.

Vereinnahmung von Fremdgeldern: Genaue Trennung in der Buchführung erforderlich (BFH, Beschluss v. 2.3.2017 – XI B 81/16; www.bundesfinanzhof.de)

Fremdgelder, die Sie als durchlaufende Posten vereinnahmen, sollten Sie unbedingt von anderen betrieblichen Einnahmen getrennt verwalten und in der Buchführung separat verbuchen. Diese Empfehlung lässt sich aus einem aktuellen Beschluss des BFH ableiten, in dem ein Rechtsanwalt die Fremdgelter seiner Kanzlei mit eigenen Vergütungen vermischt auf einem betrieblichen Konto verbucht hatte. Da die Finanzverwaltung die Trennung nicht eindeutig nachvollziehen konnte, mussten auch die Fremdgelder der Umsatzsteuer unterworfen werden. Die Klage vor dem Finanzgericht blieb erfolglos.

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9. Juli 2017

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