Nichts ist so beständig wie der Wandel.

Heraklit, 535 - 475 v.Chr., griechischer Philosoph

Aktuelles Monat August 2017

Wichtige Änderungen im „Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz“

Auch wenn es der Titel „Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz“ nicht gleich vermuten lässt, hat der Gesetzgeber mit diesem Gesetz unter anderem auch folgende, für Arbeitnehmer, Familien und Erben relevanten Steueränderungen, beschlossen, die überwiegend bereits 2017 in Kraft treten:

Im Jahr der Heirat wird bei Ehegatten ab sofort automatisch die Lohnsteuerklassenkombination IV/IV auch dann vergeben, wenn nur ein Ehegatte berufstätig ist. Soll diese Steuerklassenkombination geändert werden, muss beim Finanzamt ein entsprechender Antrag gestellt werden.

Damit beim Arbeitnehmer unterjährig nicht zu viel Lohnsteuer einbehalten wird, gibt es die Möglichkeit des permanenten Lohnsteuerjahresausgleichs. Die Anwendung dieses Lohnsteuerjahresausgleichs wird auf kurzfristige Beschäftigungen mit Lohnsteuerklasse VI dauerhaft ausgedehnt, setzt allerdings weitere Angaben des Arbeitnehmers voraus, über die wir Sie gerne genauer informieren.

Eine rückwirkende Auszahlung von Kindergeld ist ab 2018 nur noch für maximal 6 Monate möglich. Die rechtzeitige Einreichung des Antrags auf Kindergeld ist daher sehr wichtig.

Im Erbschaft- und Schenkungssteuerrecht wurden die Voraussetzungen für die Gewährung der persönlichen Freibeträge und der Versorgungsfreibeträge für hinterbliebene Ehegatten und Kinder gelockert. Künftig erhalten auch beschränkt Steuerpflichtige die Freibeträge, die unbeschränkt Steuerpflichtige erhalten, je nachdem, welcher Anteil des Vermögens im Inland vererbt oder geschenkt wurde.

Entlastung bei der Bürokratie für kleine und mittlere Unternehmen

Obwohl sich jeder gerne das Thema Bürokratieabbau auf die Fahnen schreibt, hat es fast ein Jahr gedauert, bis das Zweite Bürokratieentlastungsgesetz endgültig verabschiedet wurde. Das Gesetz enthält folgende steuerliche Änderungen, die zum Teil bereits für 2017 gelten:

  • Empfangene Lieferscheine, die keine Buchungsbelege sind, müssen nicht mehr aufbewahrt werden, wenn ihr Inhalt durch die entsprechende Rechnung dokumentiert ist. Diese Erleichterung gilt bereits für alle Lieferscheine, deren Aufbewahrungsfrist beim Inkrafttreten des Gesetzes noch nicht abgelaufen ist.
  • Eine vierteljährliche Abgabe der Lohnsteueranmeldung ist ab 2017 nur noch erforderlich, wenn die Lohnsteuer des Vorjahres € 5.000,00 überstieg.
  • Die Grenze für sogenannte Kleinbetragsrechnungen wird von 150 € auf 250 € angehoben (s. Bereich FAQ)
  • Bei den geringwertigen Wirtschaftsgütern gibt es für Neuanschaffungen ab 2018 bis € 250,00 keine Verpflichtung mehr, diese in einem gesondert zu führenden Verzeichnis aufzunehmen. Grundsätzlich wird die Grenze für die Sofortabschreibung eines GWGs ab 2018 auf € 800,00 angehoben, so dass es sinnvoll sein kann, Investitionen in diesem Bereich auf 2018 zu verschieben, um von der oftmals steuerlich günstigeren Vollabschreibung Gebrauch machen zu können.

Die Grenze für sogenannte Kleinbetragsrechnungen wird rückwirkend für 2017 von 150 € auf 250 € angehoben.

Diese Kleinbetragsrechnungen müssen bis € 250,00 nicht den strengen umsatzsteuerlichen Anforderungen genügen. Bei Kleinbetragsrechnungen reicht für den Vorsteuerabzug der Name des leistenden Unternehmens, das Rechnungsdatum sowie die Bezeichnung des Leistungsgegenstands, der Rechnungsbetrag sowie der Steuersatz bzw. ein Hinweis auf eine etwaige Steuerbefreiung.

Aktuelles August herunterladen

9. August 2017

Alle News